Klare Grenze gegen Drohungen, Aggressionen, Einschüchterungen und Gewalt im Sport!

Über zwei Millionen Menschen gehören in Hessen einem der mehr als 7.600 Sportvereinen an und rund 578.000 Menschen davon engagieren sich ehrenamtlich im Bereich des Sports. Woche für Woche, Tag für Tag betätigen sich Hessinnen und Hessen aller Altersklassen auf Sportplätzen und in Turnhallen, trainieren gemeinsam, sorgen gemeinsam für Ihre körperliche Fitness und damit meist einhergehend geistige Ausgeglichenheit und messen ihre Fähigkeiten im sportlichen, vom FairPlay geprägten Wettbewerb.

Jede Sportart hat für sich und die Gesellschaft ihre Bedeutung. Aber ohne Zweifel hat der Fußball eine besondere Rolle. Und dabei gilt, von der Kreisklasse bis in die Bundesliga, ohne die Unparteiischen, die Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter geht es nicht. Und natürlich sind Sportstätten auch ein Platz für Emotionen, für Jubel, für Leidenschaft und fürs Mitfiebern. Aber die Grenze und die Abgrenzung zur Aggression muss stets aufs Neue klar und unmissverständlich gezogen werden.

Bei aller Bedeutung der Fankultur und dem Wunsch nach bestmöglicher Unterstützung der eigenen Mannschaft muss auch hier die klare Grenze gezogen werden, wenn es um Drohungen, Aggressionen, Einschüchterungen und Gewalt geht oder auch in der Sprache Grenzen überschritten werden. Eigentlich sollte ein fairer, respektvoller und gewaltfreier Umgang im sportlichen Wettbewerb selbstverständlich sein.

Die nun aber wiederholten Attacken auf Amateur-Schiedsrichter auf hessischen Fußballplätzen sind schockierend und dürfen nicht stillschweigend akzeptiert werden. Brutale Angriffe und Beschimpfungen gegen die Unparteiischen haben im Sport und in unserer Gesellschaft keinen Platz und sind zu ächten!

Denn die in weit, weit überwiegender Zahl fairen Sportsleute, werden durch wenige  Täter in Verruf gebracht und unsere ehrenamtlichen Strukturen, die Bereitschaft sich zu engagieren gerät in Gefahr. Die Rolle des Schiedsrichters im Fußball ist eine spezielle und sie verdient Anerkennung für die Bereitschaft, über die Einhaltung der Regeln zu wachen und sich gegenüber den Mannschaften Respekt zu verschaffen.

Bundesweite Schlagzeilen hat der Vorfall im Oktober dieses Jahres beim FSV Münster gemacht, als der Schiedsrichter bewusstlos geschlagen wurde. So unbegreiflich der Fall auch ist, so wichtig war das konsequente Handeln des Vereins sowie das deutliche Urteil des Sportgerichts. Der Erklärung des Hessischen Fußballverbandes zum Vorfall vom 23. November in Münster ist eindeutig und dieser schließe ich mich an: „Rassismus, Antisemitismus, Beleidigungen, Bedrohungen, Gewalt und jede Form von Diskriminierung haben in unserer Fußballgemeinschaft keinen Platz.“

Ausdrücklich gilt es an dieser Stelle auch zu erwähnen, dass wir in Hessen bereits über langjährige Erfahrung mit Programmen zur FairPlay-Förderung, zum Konflikttraining, zur Mediation und zur Gewaltprävention im Fußball sowie über eine gut aufgestellte Sportgerichtsbarkeit verfügen. Von daher ist der organisierte Sport durchaus gut aufgestellt, um den ohne Wenn und Aber zu verurteilenden Vorfällen entschlossen entgegen zu treten.