vor 45 Jahren: Erste Kreistagswahl im neuen MKK

Heute, 27. Oktober 2019, vor genau 45 Jahren, am 27. Oktober 1974, fand in dem aus den ehemaligen Kreisen Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern im Rahmen der Gebietsreform neu gebildeten Main-Kinzig-Kreis die erste Kreistagswahl statt. Die Wahl endete mit einer großen Überraschung, denn die CDU gewann mit ihrem Spitzenkandidaten, dem Landrat des ehemaligen Kreises Gelnhausen, Hans Rüger, mit 44 der 87 zu vergebenden Mandate knapp die absolute Mehrheit.

Für die SPD war seinerzeit der seitherige Landrat des Altkreises Hanau, Martin Woythal, als Spitzenkandidat angetreten und somit im Rennen der beiden Landrats-Kandidaten unterlegen. Er hatte im Rahmen der Wahlwerbung sogar eine Schallplatte erstellen lassen, wo er für sich als Landrats-Kandidat bereits mit dem beziehungsreichen Titel „Mein-Kinzig-Kreis“ warb.

In der Kreistags-Sitzung am 27. Januar 1975 wurden vom Kreistag dann Hans Rüger (CDU) als Landrat, Dr. Hermann Schönfelder (CDU) als 1. Kreisbeigeordneter sowie Heinz-Dieter Becker (FDP) als 2. Kreisbeigeordneter gewählt. CDU und FDP hatten eine Koalition gebildet und somit die zahlenmäßige absolute Mehrheit noch etwas stabilisiert.

Das Foto zeigt nach der Wahl des Kreistages in der Sitzung am 27.1.1975 in Gelnhausen-Haitz die neue Kreisspitze, mit Landrat Hans Rüger (links), Dr. Hermann Schönfelder (rechts) sowie Heinz-Dieter Becker (Bildmitte).

Und auch für zwei weitere Männer war dieser Tag der Startschuss in eine langjährige politische Laufbahn: Bei der SPD wurde der damals 26-jährige Amtsrat Erich Pipa der erste Fraktions-geschäftsführer. Der inzwischen 71-Jährige war von 2005 bis 2017 Landrat des Main-Kinzig-Kreises. Bei der CDU übernahm Manfred W. Franz, damals 28 Jahre alt, das Amt des Fraktions-geschäftsführers. Der gebürtige Bernbacher war von 1989 bis 2006 Bürgermeister der Gemeinde Freigericht. Dort wurde der inzwischen 73-Jährige auch zum Ehrenbürgermeister ernannt.